GESUNDE GELENKE – DAS GRUNDGERÜST EINES GLÜCKLICHEN VIERBEINERS

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Gesunde Gelenke sind sehr wichtig.

Zusammen mit den Knochen sind Gelenke, das Grundgerüst des Körpers deines Hundes. Alles hängt an diesen beiden Strukturen das heißt: Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäße und letztendlich auch das Fett. Knochen und Gelenke tragen den Körper und da sie unersetzlich für jede einzelne Bewegung sind, bestimmen sie im wesentlichen die Lebensqualität deines Hundes! Gesunde Gelenke sind also das A & O eines glücklichen Hundes!

Wie funktionieren überhaupt Gelenke?

Um die Funktionen von Gelenken zu begreifen, muss man mechanisch denken. Am ganzen Körper gibt es verschiedene Gelenktypen. Man unterscheidet in Abhängigkeit davon, wie die die einzelnen Verbindungen sind (knorpelhaft, bindegewebig, knochenhaft), wie diese zusammengesetzt sind (Zahl der beteiligten Gelenkhöhlen), Zahl der beweglichen Achsen sowie Art des Gelenkes (z.B. Kugelgelenk, Sattelgelenk, Schiebegelenk). Das Thema ist also recht komplex und trotzdem wichtig, es zumindest grundlegend zu begreifen. Als Beispiel zeigen wir hier das Kniegelenk eines Hundes.
Der Oberschenkelknochen und das Schienbein sind über das Kniegelenk miteinander beweglich verbunden (die Kniescheibe sieht man in dem Bild leider nicht). Das Gelenk ist in der Gesamtheit wie eine Höhle von der Gelenkkapsel und einer inneren Gelenkschmiere-produzierenden Synovialmembran umgeben. Die Knochen, die am Gelenk beteiligt sind, werden von Knorpel als eine Art Schutzschicht überzogen. Zusätzlich unterstützen die Kreuzbänder als sehr dehnbare Halteseile die Gelenkfunktion und die Menisken dienen als eine Art Kissen welche als Puffer dienen, um die Stöße während der Bewegung bestmöglich abzufedern.

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Nur dann wenn alle Teile des Gelenkes intakt sind wie zB. Knochen, Knorpel, Kreuzbänder, Menisken und ausreichend Gelenkschmiere in der Gelenkhöhle vorhanden ist, ist eine reibungs- und schmerzlose Bewegung möglich. Und das kann man selbst aktiv unterstützen!

Was kann also alles mit dem Hundegelenk passieren?

Man unterscheidet bei den Gelenken zwischen den sogenannten entzündlichen Krankheiten und den nicht-entzündlichen Krankheiten.  Entzündliche Gelenkkrankheiten können infektiös bedingt sein, das heißt, es gibt einen äußeren Erreger, der die Entzündung verursacht hat. Sie können aber ebenso auch z.B. durch Autoimmunerkrankungen entstanden sein. Nicht-entzündliche Gelenkerkrankungen können entwicklungsbedingt sein (z.B. falsche Calcium/Phosporzusammensetzung im Welpenalter, typische Gelenkprobleme einer Rasse), degenerativ (Arthrose), traumatisch (Unfall bzw. Verletzung) oder neoplastisch (Umfangsvermehrung, Tumor).

Also merke dir: Arthritis ist also nicht gleich Arthrose!

Gelenksentzündung

…damit ist Arthritis gemeint. Dabei geht es um Entzündungen, die durch bestimmte Erreger wie z.B. Bakterien, Spirochäten,  Rickettsien, Pilze oder Mykoplasmen ausgelöst werden können. Ebenfalls kann es durch eine Autoimmunerkrankung (der Körper bildet Antikörper gegen sich selbst) zu einer Entzündung kommen. Beteiligt sind sowohl die Gelenkkapsel, als auch die Bänder, und der Knorpel. Oft sind dabei mehrere Gelenke zur selben Zeit betroffen (Polyarthritis). Die Gelenke sind angeschwollen, verdickt und dein Hund hat ziemlich fiese Schmerzen. Oft werden Gelenkentzündungen auch von Fieber begleitet. Die durch Zecken übertragene Borreliose kann zum Beispiel fieberhafte Polyarthritiden verursachen.

Verschleiß: Wie Gelenke „verkalken“

…auch Arthrose genannt. Dies ist eine typische Erscheinung im Alter und gehört zu den chronisch-degenerativen Gelenkkrankheiten. Typisch hierbei ist die Rückbildung der Gelenkknorpel (der Schutz der Knochen ist also nicht mehr vorhanden), Knorpel wird zunehmend durch Bindegewebe ersetzt und ist dadurch nicht mehr so „puffernd“ und elastisch. Da der Druck in den beteiligten Knochen erhöht wird, kann es dadurch zu kleinen Rissen in den Knochen kommen. Durch die nun verloren gegangene Pufferfunktion im Gelenk selbst kommt es zu Entzündungen, die durchaus auch die Gelenkkapsel und Bänder betreffen können, als Folge schwillt das Gelenk an.

Wie erkenne ich Gelenkprobleme bei meinem Hund?

Grundsätzlich zeigt dein Hund ein auffälliges Gangbild, wenn er Gelenkprobleme hat. Entweder läuft er einfach ungern, kommt nur schwer in die Gänge, lahmt bzw. humpelt oder schont eine Gliedmaße sogar komplett. Dabei hängt es sehr stark von der Ursache und des betroffenen Gelenks ab, wie dein Hund die Probleme aufzeigt. Gelenkentzündungen werden oft mit anderen Symptomen begleitet, wie Fieber, Mattigkeit und Erschöpfung. Die Gelenke sind dann oft teils warm und geschwollen. Auf jedem Fall ist die Bewegung für deinen Hund schmerzhaft und wird auch nach einem kurzen Gassigehen nicht besser, eher sogar schlechter.
Verletzungen, die sich als Gelenkverletzungen zeigen, bemerkt man in der Regel recht schnell.  Beim Kreuzbandriss oder verletzten Menisken, wird dein Hund kurz und laut aufjaulen sowie sich danach meistens anders bewegen. Nun setzt er sich zum Beispiel hin und stellt dabei ein Bein weit vom Körper ab. Häufig kommt es zu solchen Situationen beim Sprung aus dem Kofferraum, beim rumspielen mit anderen Hunden oder beim plötzlichen Rennen (Erschrecken oder Jagen).
Bei Neoplasien (Umfangsvermehrungen, Tumore) kommt es stark darauf an, wo sie sich befinden und wie stark sie ausgeprägt sind. Umfangsvermehrungen können sowohl am Knochen als aber auch im Gelenk vorkommen. Im Gelenk sind sie meist sehr schmerzhaft und dein Hund wird sich sichtlich ungern bewegen. Ziemlich oft ist es so, dass man die  möglichen anderen Ursachen ausgeschlossen hat, dann verschafft das Röntgenbild Klarheit.
Bei der Arthrose sagt man, dass der Hund sich „einläuft“. Wenn der Hund also vorher geschlafen oder geruht hat und dann aufsteht, fällt ihm das sehr schwer. Nach ein paar Schritten werden die Bewegungen aber immer fließender und unbeschwerter. Manchmal läuft ein Hund mit Arthrose bei einem entspannten Spaziergang sogar mit, als wenn er völlig Gesund wäre.

Wie kann ich eine gesunde Gelenkfunktion unterstützen?

Besonders wichtig ist, dass die Gelenke nicht zu stark strapaziert werden, weder durch eine zu hohe Traglast (zu hohes Körpergewicht), noch durch falsche Belastung.

Gewichtskontrolle!

Achte also darauf, dass dein vierbeiniger Freund nicht an Übergewicht leidet. Eine gut geplante Fütterung und viel Bewegung hilft dir dabei. Falls du dir nicht sicher bist, ob dein Hund zu viel auf die Waage bringt, versuch ruhig mal, den „Body Condition Score“ für deinen Hund zu bewerten.

Bewegung!

Um überhaupt Gelenkproblemen vorzubeugen, sollte sich dein Hund kontrolliert und regelmäßig bewegen, denn eine gut trainierte Muskulatur unterstützt, entlastet die Gelenke und fördert letztendlich die Produktion der Gelenkschmiere (Synovia). Am besten eignet sich dazu das Schwimmen! Beim Fahrradfahren solltest du darauf acht geben, dass dein Hund sehr entspannt im Trab neben dem Rad läuft und nicht ständig rennt. Das ist vor allem bei zu langen Strecken zu viel auf einmal für die Gelenke. Besonders wenn dein Hund schon etwas älter ist solltest du darauf achten, dass er sich warmläuft, bevor dein Vierbeiner z.B. mit anderen Hunden spielt. Plötzliche Richtungswechsel beim Balgen und Spielen bergen eine immense Gefahr der plötzlichen Fehlbelastung und können daher zu einer damit verbundenen Zerrung / Überdehnung von Bändern führen.

Fütterung!

Man kann außerdem mit einer gesunden Fütterung dazu beitragen, dass die Gelenke im wahrsten Sinne des Wortes „wie geschmiert“ funktionieren.

All diese Maßnahmen haben allerdings eher prophylaktischen Charakter, sind also eher vorbeugend. Sollte dein Hund jedoch Symptome von akuten Beschwerden zeigen (geschwollene Gelenke, Schmerzen, Lahmen, Bewegungsunlust), suche sofort deinen Tierarzt auf! Den Ursachen muss auf den Grund gegangen werden. Manchmal hilft dann leider doch nur ein „richtiges“ Schmerzmittel über die akute Phase hinweg oder es ist sogar eine Operation notwendig.

Du kannst dir sicher sein , dass in jedem Fall gesunde Gelenke von regelmäßiger Bewegung profitieren!. Übrigens nicht nur die Gelenke der Fellnasen! In diesem Sinne, geht an die frische Luft und genießt das schöne Wetter bei einem ausgedehnten Spaziergang und berichtet uns gern von euren Erfahrungen in den Kommentaren! 

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