BORRELIOSE BEIM HUND: SYMPTOME, VORBEUGUNG UND BEHANDLUNG

Zecken bei Hunden
Hunde müssen auf Zecken untersucht werden.

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Sie warten im hohen Gras und haften sich im an ihr vorbeigehendes Opfer: Zecken sind neben Flöhen und Milben wahrscheinlich die schlimmsten Parasiten für jeden Vierbeiner. Sie krabbeln durch das Fell unserer Hunde, beißen sich fest und trinken sich randvoll mit nährreichem Blut. Dabei sind sie auch sehr gefährlich und können in manchen Fällen auch Krankheiten die FSME und Borreliose übertragen. Um Borreliose soll es in diesem Artikel gehen. Wir zeigen dir, woher die Borreliose eigentlich kommt, welche Symptome bei deiner Fellnase auftreten können und wie du die Zeckenkrankheit bestens behandeln kannst.

Was ist Borreliose und ist sie gefährlich für mich und meinen Hund?

Borreliose ist eine Krankheit die nur durch Zeckenbisse übertragen werden kann. Von Menschen oder Hunden kann die Borreliose nicht weitergegeben werden. Die Zecke hat in ihrem Inneren Borreliose-Bakterien, die im Wirt eine Infektion hervorrufen können. Wie viele andere Krankheiten lässt sich auch die Borreliose in einige Unterarten einteilen, von denen nicht alle für unsere Hunde gefährlich sind: Die wichtigsten Arten der Borreliose, gegen die du deinen Hund durch Impfung schützen kannst, heißen Borrelia garinii, Borrelia afzelii und Borrelia burgdorferi sensu stricto.

Eine Borreliose ist für Mensch und Hund zum größten Teil ungefährlich, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Da der Krankheits- und Symptomverlauf jedoch häufig langsam vonstattengeht, ist Borreliose nicht immer einfach festzustellen. Die Krankheit führt zu diversen Entzündungen im Körper deines Hundes und kann sowohl das Nervensystem als auch verschiedene Organe angreifen. Dies kann zu einem langen und schmerzhaften Leidensweg führen, der im weit fortgeschrittenen Stadium nicht mehr heilbar ist. Eingenistete Borrelien sind resistend gegen Antibiotika. Die Probleme bleiben dauerhaft und die Krankheit ist chronisch. Hatte dein Hund einmal eine Borreliose und diese glücklicherweise gut überstanden, besteht trtzdem das Risiko einer Neuinfektion.

Anzeichen einer Borreliose

Leider lässt sich eine Borreliose nicht auf den ersten Blick erkennen, da die ersten Symthome häufig erst nach 8 Wochen anfangen. In manchen Fällen kann es sogar mehrere Monate dauern, bis euer Hund Symptome zeigt. Beim Menschen ist die typische rötliche Bissstelle – die Wanderröte – ein deutliches Anzeichen für eine anfängliche Borreliose. Bei Hunden tritt diese Wanderröte meistens selten auf und verschwindet auch zügig wieder. Des Weiteren gibt es keine spezifischen Symptome, die Tierärzte unmittelbar mit einer Borreliose in Verbindung bringen. Dennoch solltest du besonders vorsichtig sein, wenn dir folgende Symptome bei deinem Hund auffallen:

• Wanderröte

• Fieber

• Hautveränderungen

• Entzündung an der Bissstelle

• Appetitlosigkeit/Fressunlust

• Schwäche/Abgeschlagenheit

• Schwellungen der Lymphknoten und Gelenke

• Entzündungen der Gelenke oder Organe (wie z. B. Leber)

• Lahmheit

Zeigt dein Hund eines oder mehrere dieser Anzeichen, solltest du deinen Tierarzt kontaktieren. Gerade in den Sommermonaten, in denen unsere Fellnasen eher durch hohes Gras laufen und Zecken aufnehmen, sollte eine Borreliose immer in Betracht gezogen werden.

Wenn die Diagnose „Borreliose“ lautet: (K)Ein Grund zur Panik?

Die Borreliose kann dein Tierarzt mittels eines Blut- oder Schnelltests feststellen. Allerdings ist eine sichere Diagnose nicht so einfach , denn über den Bluttest werden lediglich die Borrelien-Antikörper nachgewiesen. Diese Antikörper sind aber auch nach einer Impfung oder einem vorherigen Kontakt mit den Zeckenerregern vorhanden. Sie deuten darauf hin, dass sich der Körper gegen die Borreliose wehrt. Dagegen bedeuten keine Antikörper im Umkehrschluss keine Borreliose. Seit einigen Jahren können Tierärzte mit einer neuen Art von Bluttests zumindest feststellen, woher die Antikörper kommen – ob von einer Impfung oder einer natürlichen Infektion.

Da Borrelien sich auch in der Haut aufhalten, können Hautproben der Zeckenbissstelle entnommen und mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) analysiert werden. Dieses Diagnoseverfahren wird jedoch nur zu Studienzwecken angewandt. Eine sehr schnelle Antwort auf die antibiotische Therapie ist zusätzlich ein Indiz darauf, dass dein Hund unter Borreliose gelitten hat. Da ein Antibiotikum jedoch ebenfalls gegen andere Entzündungen oder Beschwerden im Körper wirkt, ist dies kein eindeutiger Beweis für eine Borreliose. Letztendlich ist es schwierig, eine Borreliose eindeutig zu erkennen, da die Blutergebnisse nicht eindeutig auf die aktuelle Präzenz von Borrelien hindeuten. Hat dein Tierarzt das Blut und die Symptome deines Hundes gründlich untersucht und eine Borreliose diagnostiziert, gilt es, diese schnellstmöglich zu behandeln.

Behandlung der Borreliose beim Hund

Stellt dein Tierarzt die Diagnose „Borreliose“, ist schnelles Handeln angesagt. Je früher die Zeckenerkrankung erkannt und behandelt wird, desto optimaler sind die Heilungschancen. Um eine Borreliose zu bekämpfen, werden ca. Vier Wochen lang verschiedene Antibiotika eingesetzt. In der Regel bemerken Hundebesitzer bereits nach wenigen Tagen erste Linderungen der Beschwerden ihres Hundes. Können die Borrelien durch Antibiotika und Antikörper nicht vollständig abgetötet werden oder ist die Borreliose bereits chronisch, sind Rückfälle nicht aus zu schließen. Wer seinem Hund zusätzliche Linderung der Symptome verschaffen möchte, kann auf Schmerzmittel und Entzündungshemmer vom Tierarzt zurückgreifen.

Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen?

Hat dein Hund seine Borreliose gut überstanden? Herzlichen Glückwunsch! Nun musst du dem nächsten Zeckenbiss möglichst gut vorbeugen. Es gibt verschiedene Wege, deinen Hund vor Zeckenbissen und Borreliose zu schützen.

Am aller wichtigsten ist es, deinen Hund regelmäßig mit einer Hundebürste zu kämmen und nach Zecken abzusuchen. Nach jedem Spaziergang solltest du das Fell deines Vierbeiners überprüfen, um Parasiten sofort ausfindig zu machen.
Außerdem können chemische Präparate wie Halsbänder, Spotons oder Medikamente vom Tierarzt oder aus einem Fachhandel deinen Hund vor Parasitenbefall bewahren. Beachte jedoch immer, dass diese Präparate viel (eventuell schädliche) Chemie enthalten und einen Schutz vor einem Zeckenbiss zu 100 %  nicht garantieren können. Vor allem die Medikamenten gegen Flöhe und Zecken sind wahre Chemiekeulen, die nicht jeder Hund allzu gut verträgt.
Auch bringt nicht jede Zecke Borrelien mit sich und wenn doch, gelangen diese erst nach ca. 12 Stunden in den Organismus des Hundes. Wer seinen Vierbeiner also nach jedem Spaziergang überprüft und alle Zecken entfernt, minimiert das Borreliose-Risiko sehr stark.

Ist die Borreliose-Impfung eine sinnvolle Maßnahme?

Im Gegensatz zum Menschen können unsere Hunde gegen Borreliose geimpft werden. Durch die Impfung erhält der Organismus schützende Antikörper, die ihn vor einer Borreliose schützen. Die Ständige Impfkommission für Veterinärmedizin (STIKo Vet) empfiehlt diese Impfung vor allem Hunden mit einem erhöhtem Infektionsrisiko. Wer zum Beispiel in einem Risikogebiet lebt oder dorthin reist, sollte seinen Hund auf jeden Fall impfen lassen, jedoch zusätzlich das Absuchen und Einsatz Antiparasitika nicht vernachlässigen. Eine Borreliose-Impfung schützt deinen Hund gegen die drei in Deutschland am häufigsten auftretenden Arten und kann bereits ab einem Alter von zwölf Wochen verabreicht werden. Geimpft werden muss der Hund zweimal bis zur Grundimmunisierung. Nach einem halben Jahr sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden.

Hinweis: Die Borreliose-Impfung schützt deinen Hund vor den 3 relevantesten Stämmen. Diese machen in Deutschland einen Anteil von 90 % aller Borreliose-Bakterien aus. Die Impfung bietet jedoch keinen Schutz vor Zeckenbissen oder anderen durch Zecken übertragbare Krankheiten.

Fazit: Lieber zu oft zum Tierarzt als zu wenig!

Die Zeckenkrankheit Borreliose ist eine ernstzunehmende Krankheit für Hund und Mensch. Wird die Infektion früh erkannt, bieten sich gute Heilungschancen. Mithilfe eines Bluttests und der Abfrage diverser Anzeichen kann eine Borreliose diagnostiziert und mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden, die den Organismus deines Hundes im Kampf gegen die Borrelien unterstützt. Eine nicht entdeckte Borreliose kann nach einiger Zeit chronisch werden und zu dauerhaften Gesundheitsproblemen führen. Es ist deswegen wichtig, bei einem verdächtig aussehenden Zeckenbiss (bei einer Entzündung an der Bissstelle oder sogenannter Wanderröte) oder einer Verhaltensänderung deines Hundes schnellstens zum Tierarzt zu gehen. Auch nach einer austherapierten Borreliose kann sich dein Hund wieder infizieren. Vorbeugung kannst du also mit diversen Parasitenmittel und einer Borreliose-Impfung. Diese ersetzen jedoch nicht das ständige Absuchen und die Fellpflege deines Hundes mit einer Hundebürste.

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