3 WICHTIGE VOR- UND NACHTEILE DES BARFENS: HUNDE MIT ROHFLEISCH FÜTTERN

BARF-HUNDE-HUNDEBURSTE

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BARF-HUNDE-HUNDEBURSTE
Ist Barfen gesund für Hunde?

Kaum eine Ernährungsmethode wird unter Hundebesitzer*innen so kontrovers diskutiert wie das Thema BARF. Der Begriff BARF steht für „biologische, artgerechte Rohfütterung“ und orientiert sich an der Ernährungsweise des wildlebenden Wolfes also dem direkten Vorfahren der unserer Hunde. Welche Vor- und Nachteile das BARFen als Hundeernährung mit sich bringt und was bei der Rohfleischfütterung beachtet werden muss, erfährst du im folgenden Artikel.

1.Vorteil : Du kannst die Ernährung deines Hundes individuell anpassen

Eines der wichtigsten Argumente für das BARFen deines Hundes ist, dass du den Inhalt seines Fressnapfes individuell zusammenstellen kannst. Du entscheidest, was im Fressnapf landet und hast zu jeder Zeit den Überblick über die Inhaltsstoffe, die dein Hund aufnimmt. Vor allem wenn Allergien vorliegen oder dein Hund organische Erkrankungen hat, eignet sich BARFen sehr gut, da allergene Stoffe von vornherein ausgeschlossen werden können.

1.Nachteil : Unwissenheit bei Hundeernährung kann schnell zu Mangelernährung führen

Eine hohe Verantwortung bedeutet jedoch auch ein hohes Risiko. Da du zu 100 % die Kontrolle über die Zutaten deines Hundefutters hast, besteht beim BARFen leider die Gefahr einer Mangelernährung deiner Fellnase. Unwissenheit führt leider häufig dazu, dass deinem Hund bestimmte wichtige Nährstoffe fehlen und das BARFen auf Dauer seine Gesundheit beeinträchtigen kann. Hat dein Hund eine Allergie oder eine andere Krankheit, ist es deshalb umso wichtiger, ihn trotz weggelassener allergener Stoffe vollwertig zu ernähren. Wir empfehlen dir also auf keinen Fall, „einfach so auf gut Glück zu BARFen“, sondern einen Fachmann/-frau zu fragen. Als Alternative kannst du auch auf ein hypoallergenes Trockenfutter zurückgreifen, das deinen Hund ebenfalls mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und ein geringes Allergiepotenzial besitzt.

2. Vorteil : Du kannst natürliche, leicht verdauliche und unbehandelte Zutaten benutzen

Ein weiterer Vorteil des BARFens besteht darin, dass du auf chemisch behandelte Inhaltsstoffe verzichten kannst und somit dein Hund stets frisches, rohes Futter bekommt. Wer bei der Zutatenauswahl Qualität ganz oben auf seine Liste setzt, tut auch der Gesundheit seines Vierbeinigen Gefährten etwas Gutes. Eine hohe Bioqualität ist für die Rohfleischfütterung deines Hundes enorm wichtig. BARF werden oft eine leichte Verdaulichkeit sowie eine hohe Futterwertigkeit nachgesagt. Jedoch verträgt nicht jeder Hund die Rohfleischfütterung ohne Weiteres. Hunde, die nicht an das BARFen gewöhnt sind, leiden am Anfang nicht selten unter Problemen der Verdauung. Die Futterwertigkeit beschreibt, wie viel Prozent der Hundenahrung vom Organismus aufgenommen werden können. Beim BARFen ist eine eine Futterverwertung von 90–92 % locker zu erreichen. Ein vitales Trocken- oder Nassfutter kann da mit 85–90 % gut mithalten. Mittlerweile setzen glücklicherweise viele Hersteller von Hundefutter auf eine chemiefreie Hundenahrung, weshalb du deinen Hund auch ohne BARF naturbelassen mit einem Futter versorgen kannst, das gut verträglich ist.

2. Nachteil : BARFen kann ein hohes Infektionsrisiko darstellen, wenn das Rohfleisch zum Keimherd wird

Ein Punkt der beim BARFen absolut nicht zu unterschätzen ist die Hygiene. Eine streng eingehaltene Sauberkeit ist das A und O bei der Rohfleischfütterung. Dazu gehört, dass das Fleisch stets tiefgekühlt sein sollte – bis kurz vor dem Moment, an dem es verfüttert wird. Darüber hinaus solltest du beim Umgang mit Fleisch immer vorsichtig sein und nicht nur beim füttern, d. h.:

  • Vor und nach dem Anfassen des Fleisches Hände gründlich waschen.
  • Alle verwendeten Utensilien, Geräte und Oberflächen vor und nach dem füttern desinfizieren, reinigen und wenn nötig heiß abwaschen.
  • Aus Versehen aufgetautes Fleisch sofort entsorgen.
  • Rohfleisch immer langsam und isoliert im Kühlschrank auftauen lassen.
  • Rohfleisch und Tauwasser sollten niemals in Kontakt mit anderen Lebensmitteln kommen.

Nicht sauberes Rohfleisch wird andernfalls sehr schnell zum Sammelplatz vieler gefährlicher Bakterien und Keime wie z. B. Salmonellen, Campylobacter spp, usw.
Das relativ hohe Infektionsrisiko kannst du nur durch ein fertiges, nachhaltiges Hundefutter vollständig umgehen.

3. Vorteil: BARF ermöglicht dir die Abwechslung in der Ernährung deines Hundes und verspricht Verbesserungen bestimmter Stoffwechselprozesse

BARFen macht es dir möglich, immer wieder Abwechslung in die Ernährung deines Hundes zu bringen und individuell zu beobachten, welche Inhaltsstoffe deinem Hund am besten gut tun. Viele BARFer erzählen davon, dass ihre Hunde durch die Rohfleischfütterung ein glänzenderes Fell, besser riechenden Atem und viel weniger Zahnstein bekommen haben. Außerdem wären die Hunde aktiver und hätten weniger Probleme in der Verdauung. Diese verbesserten Stoffwechselprozesse wurden bisher jedenfalls wissenschaftlich nicht belegt. Sie können auch daher kommen, dass die besagten Hunde vorher ein minderwertiges Hundefutter gewohnt waren, das ihrer Gesundheit nicht gut tat. Der Umstieg auf BARF bzw. auf die Wahl hochwertiger Zutaten wird somit als positiv bewertet, obwohl Hundebesitzer*innen mit einem Wechsel zu hochwertigem Trocken- oder Nassfutter wahrscheinlich ähnliche Ergebnisse erzielen könnten.

3. Nachteil: Bei falscher Knochenwahl droht Verletzungsgefahr durch Splitter


Das BARFen besteht nicht nur aus Muskelfleisch, Innereien, Sehnen und Gemüse sondern auch aus Knochen. Knochen sind für Hunde die BARFen eine essenzielle Kalzium- und Energiequelle. Aber Knochen ist aber nicht gleich Knochen! Beim BARFen solltest du  deswegen dringend darauf achten, deinem Hund die richtigen Knochen zu geben, da sonst eine Verletzungsgefahr durch Splitter im Futter droht. Mark-, Fleisch- und Jungtierknochen eignen sich sehr gut zum BARFen. Verzichten sollte man dagegen auf Geflügelknochen und Knochen die gekocht wurden.

Die Philosophie BARF: Der Vergleich zwischen Hund und Wolf hinkt etwas

Viele BARFer nehmen sich die natürliche Ernährung des Wolfes zum Vorbild, wenn es um die Rohfleischfütterung also dem BARFen geht. Die Idee, ein Hund könne 1:1 wie ein wilder Wolf ernährt werden, ist jedoch ein Irrglaube. Durch die jahrhundertelange Domestizierung von Hunden hat sich auch ihr Stoffwechsel an die Umstände angepasst. Hunde sind heute – im Gegensatz zum Wolf – keine reinen Fleischfresser mehr, sondern gehören zu den Carni-Omnivoren. Sie sind also sogenannte Fleisch-Allesfresser und benötigen neben dem tierischen Protein bestimmte wichtige Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine. Diese werden durch Samen, Gemüse und Obst eingenommen. Einige BARFer setzen in der Fütterung auch Getreide ein, welches jedoch die Gefahr einer Glutenunverträglichkeit mit sich bringt. Einen Hund ausschließlich mit Muskelfleisch, Sehnen, Innereien, Knochen, etc. zu ernähren, funktioniert demnach auf Dauer leider nicht. Selbst der Wolf tut dies nicht durchgehend. Da Wölfe ihre Beute reißen und das meiste davon verspeisen, nehmen auch sie pflanzliche Stoffe in Form von Magen-Darm-Inhalten auf. Darüber hinaus ist das Gebiss eines Wolfes eher für die reine Fleischernährung geeignet als das eines Hundes.

Fazit: BARFen ist nicht das Nonplusultra

Entgegen der Meinung sehr vieler BARF-Fans kommen wir zu dem Ergebnis, dass BARFen mittlerweile nicht mehr der beste Weg ist, seinen Hund artgerecht und gesund zu füttern. Die Vorteile des BARFens sind schon länger keine Alleinstellungsmerkmale mehr, da Alleinfuttermittel wie Trocken- und Nassfutter deinem Hund dieselben gesunden Vorteile bringen können. Die Risiken der Rohfleischfütterung bleiben jedoch leider bestehen. Wer beim BARFen keine Erfahrung hat und es ausprobieren möchte, sollte sich dringend an einen Experten wie dem Tierarzt oder Ernährungsberater wenden. Dieser erstellt auf Basis des Gesundheitszustandes deines Hundes einen Futterplan der artgerecht ist und gibt dir das 1 x 1 des BARFens mit auf den Weg. Vor allem das hohe Infektionsrisiko ist bei der Rohfleischfütterung nicht außer Acht zu lassen. Da immer mehr Hersteller von Hundefutter ihren Fokus auf Nachhaltigkeit, Naturbelassenheit, Individualität und Gesundheit des Hundes legen, ist es problemlos möglich, seinen Hund auch ohne BARF mit allen Nährstoffen zu versorgen, die er für ein gesundes und langes Hundeleben benötigt. Trotzdem ist es jedem Hundefreund überlassen welchen Weg einschlägt. In unserem Blog findest du immer aktuelle Artikel zum Thema Hundeerziehung, Hundeernährung und in unserem Shop findest du Hundezubehör jeglicher Art.

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